Übliche Formulierungen im Arbeitszeugnis für Leistungsbereitschaft / Einsatz

Im Abschnitt Leistungsbereitschaft / Einsatz des Arbeitszeugnisses sind die Noten mit folgenden gängigen Formulierungen in Einklang zu bringen.

Der Note sehr gut im Arbeitszeugnis entsprechen die Formulierungen

  • Herr Müller zeigte ein außerordentlich hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Motivation
  • Herr Müller zeichnete sich stets durch hohe Arbeitsmotivation aus. Er zeigte ausgezeichnete Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.
  • Herr Müller hat sich äußerst engagiert in sein Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig und sehr erfolgreich die vereinbarten Zielstellungen.
  • Herr Müller verfügt über ein außerordentliches hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Selbstständigkeit und Eigeninitiative und war jederzeit bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Der Note gut im Arbeitszeugnis entsprechen die Formulierungen

  • Herr Müller zeichnete sich durch hohe Arbeitsmotivation aus erzeigte hohe Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.
  • Herr Müller verfügt über ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Selbstständigkeit und Eigeninitiative und war bereit, Verantwortung zu übernehmen.
  • Herr Müller zeigt ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Motivation.
  • Herr Müller hat sie sehr engagiert in sein neues Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig und erfolgreich die vereinbarten Zielstellungen.

Der Note befriedigend im Arbeitszeugnis entsprechen die Formulierungen

  • Herr Müller zeigte Einsatzbereitschaft und Motivation.
  • Herr Müller hat sich engagiert in sein neues Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig die vereinbarten Zielstellungen.
  • Herr Müller zeichnete sich durch gute Arbeitsmotivation aus. Er zeigte Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.
  • Herr Müller war motiviert und verfolgte die ihm gesetzten Ziele. Wir lernten Herr Müller als einsatzfreudigen und agilen Mitarbeiter kennen.

Der Note ausreichend im Arbeitszeugnis entsprechen die Formulierungen

  • Herr Müller erfüllte seine Aufgaben mit der nötigen Einsatzbereitschaft entsprechend unseren Erwartungen.
  • Herr Müller hat sich in sein neues Aufgabengebiet eingearbeitet.
  • Herr Müller arbeitete nicht ohne Einsatzbereitschaft. Seine Aufgaben erfüllte er im Allgemeinen mit dem nötigen Engagement entsprechend unserer Erwartungen.
Formulierungen zur Leistungsbereitschaft
Formulierungen zur Leistungsbereitschaft

Wie man sieht, bedeuten positive Formulierungen im Arbeitszeugnis nicht immer auch eine gute Note. Wie genau die Formulierung des Zeugnisdokuments lautet entscheidet über die Note. Personalabteilungen interpretieren beim Lesen einer Bewerbung immer auch die genaue Sprache des Zeugnisses. Das Fehlen positiver Formulierungen ist wie eine Abstufung der Note zu werten.

Im Bereich Leistungsbereitschaft des Arbeitszeugnisses finden sich gelegentlich auch immer wieder unzulässige Aussagen. Eine solche unzulässige Aussage wäre beispielsweise: „Herr Müller erledigte alle ihm aufgetragenen Arbeiten mit großen Fleiß und Interesse.“ Dies bedeutet übersetzt dem Kollegen mangelte es an Tüchtigkeit, denn die Ergänzung „Interesse“ zieht den zuvor genannten großen Fleiß ins Lächerliche.

Eine weitere nicht zulässige Angabe im Arbeitszeugnis wäre: “ Herr Müller zeigte für alle Arbeiten großes Verständnis“. Dies bedeutet in anderen Worten: Herr Müller war faul.

Formulierungen im Arbeitszeugnis

Formulierungen im Arbeitszeugnis
Negative Formulierungen im Arbeitszeugnis sind NICHT zulässig. Die kleinsten Unterschiede in den Formulierungen im Arbeitszeugnis sind hierbei entscheidend für die positive oder negative Bedeutung.

Auf Wunsch des Arbeitnehmers bei Ausscheiden aus dem Unternehmen hat der Vorgesetzte im ein Zeugnis auszustellen, hierbei sind die Formulierungen im Arbeitszeugnis von entscheidender Bedeutung. Grundlage für das Ausstellen eines Arbeitszeugnisses sind die Paragraphen 630 und folgende des Bürgerlichen Gesetzbuches (§§630 ff. BGB) und der Paragraph 109 der Gewerbeordnung (§109 GewO). Es handelt sich hierbei um einen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers.

Hierbei sind die gerade die Formulierungen im Arbeitszeugnis von entscheidender Bedeutung. Vorgesetzte, Chefs und Personaler benutzen hierbei eine besondere Sprache, die durch Weglassen positiver Formulierungen eine Abstufung der Note bewirkt.

Prinzipiell sind keine negativen Formulierungen im Arbeitszeugnis zulässig. Nicht zuletzt deswegen, telefonieren Chefs bei der Bewerbung gerne mit den vorherigen Arbeitgebern um sich persönlich ein Bild zu verschaffen.

Gängige Formulierungen im Arbeitszeugnis

Eine Auflistung gängiger Formulierungen im Arbeitszeugnis und die dazugehörigen Notenstufen finden sich im Folgenden.

Formulierungen der Note „sehr gut“ im Arbeitszeugnis:

  • Die Arbeitsleistung des Mitarbeiters – Er erfüllte die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.
  • Die Führungsqualitäten des Mitarbeiters – Er verstand es, Mitarbeiter zu überzeugen und zu motivieren, so dass alle übertragenen Aufgaben mit großem Erfolg verwirklicht werden konnten.
  • Das Verhalten des Mitarbeiters – Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets einwandfrei/ vorbildlich.
  • Die Arbeitsweise des Mitarbeiters – Seine Aufgaben erledigte er stets mit äußerster Sorgfalt und größter Genauigkeit.

Formulierungen der Note „gut“ im Arbeitszeugnis:

  • Die Arbeitsleistung des Mitarbeiters- Er erfüllte die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
  • Die Führungsqualitäten des Mitarbeiters- Er überzeugte Mitarbeiter und er förderte die Zusammenarbeit. Er informierte sein Team, regte Weiterbildung an und delegierte Aufgaben und Verantwortung
  • Verhalten – Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei/ vorbildlich.
  • Die Arbeitsweise des Mitarbeiters – Seine Aufgaben erledigte er stets mit großer Sorgfalt und Genauigkeit.

Formulierungen der Note „befriedigend“ im Arbeitszeugnis:

  • Die Arbeitsleistung des Mitarbeiters- Er erfüllte die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit.
  • Die Führungsqualitäten des Mitarbeiters- Er führte Mitarbeiter zielbewusst zu überdurchschnittlichen Leistungen.
  • Die Arbeitsweise des Mitarbeiters – Seine Aufgaben erledigte er stets mit Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Das Verhalten des Mitarbeiters- Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war gut.

Formulierungen der Note „ausreichend“ im Arbeitszeugnis:

  • Die Arbeitsleistung des Mitarbeiters- Er erfüllte die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit.
  • Führungsqualitäten – Er motivierte Mitarbeiter und erreichte so stets (voll) befriedigende Leistungen.
  • Die Arbeitsweise des Mitarbeiters – Seine Aufgaben erledigte er mit Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Das Verhalten des Mitarbeiters- Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets befriedigend.

Formulierungen der Note „mangelhaft“ im Arbeitszeugnis:

  • Die Arbeitsleistung des Mitarbeiters- Er erfüllte die ihm übertragenen Arbeiten im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.
  • Die Führungsqualitäten des Mitarbeiters- Er war seinen Mitarbeitern stets ein verständnisvoller Vorgesetzter.
  • Die Arbeitsweise des Mitarbeiters – Seine Aufgaben erledigte er im Allgemeinen mit Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Das Verhalten des Mitarbeiters – Sein Verhalten im Dienst war stest angemessen. Er hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.

Formulierungen der Note „ungenügend“ im Arbeitszeugnis:

  • Die Arbeitsleistung des Mitarbeiters- Er bemühte sich stets), die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.
  • Die Führungsqualitäten des Mitarbeiters- Er koordinierte die Arbeit seiner Mitarbeiter und gab klare Anweisungen.
  • Die Arbeitsweise des Mitarbeiters – Er bemühte sich(stets), seine Aufgaben mit Sorgfalt zu erledigen.
  • Das Verhalten des Mitarbeiters – Er war stets um ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten bemüht.

Der Arbeitgeber ist prinzipiell natürlich bei der Ausstellung des Arbeitszeugnisses frei in seiner Ausdrucksweise, er muss sich aber der in der Praxis allgemein üblichen Zeugnissprache ausdrücken und bei der Bewertung des Arbeitnehmers im Arbeitszeugnis allgemein bekannte Ausdrücke verwenden.

Formulierung des Schlusssatzes im Arbeitszeugnis

arbeitszeugnis benotung
Geht der Arbeitnehmer in einem guten Einvernehmen so wird das Unternehmen im Arbeitszeugnis üblicherweise mit großem Bedauern und den besten Wünschen für die Zukunft schließen.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Zeugnisbenotung ist der Schlusssatz. Je nach Dankesformel und Wünschen für die Zukunft hat er eine unterschiedliche Bedeutung. Geht der Arbeitnehmer in einem guten Einvernehmen und verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch, beispielsweise um seine Karriere weiter zu entwickeln oder wegen einem Ortswechsel, so wird sein Ausscheiden aus dem Unternehmen üblicherweise mit großem Bedauern und den besten Wünschen für die Zukunft bzw. den besten Wünschen für den beruflichen Werdegang kommentiert.

Arbeitgeber die sich vom Ausscheiden des Mitarbeiters nicht weiter berührt fühlen werden keine Dankesformel für die geleistete Arbeit dokumentieren. Sie begnügen sich dann in der Regel damit für die Zukunft alles erdenklich Gute oder das Allerbeste zu wünschen. Ein neuer Arbeitgeber kann daraus durchaus erkennen dass es beim alten Arbeitgeber Unfrieden gegeben hat.

Liegt das Ausscheiden des Mitarbeiters auf einem nicht Kündigungstermin so sollte dies im Arbeitszeugnis begründet sein. Ist dies nicht der Fall, so kann daraus auf eine außerordentliche oder fristlose Kündigung geschlossen werden. Ebenso kann hieraus ein bedeutender Vertrauensbruch des ehemaligen Arbeitgebers abgeleitet werden, die eine Weiterführung der Anstellung des Arbeitnehmers unmöglich machten.

Eine ebenso kritische Formulierung kann im gegenseitigen Einvernehmen bedeuten, denn diese Formulierung ist gebräuchlich, wenn dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber nahegelegt wurde selbst zu kündigen. Eine derartige Formulierung gilt in den Personalabteilungen von Unternehmen als deutliches Warnsignal und wird häufig zu einer Ablehnung der Bewerbung führen, vor allen wenn der Bewerber nicht deutliche und positive Einstellungsmerkmale dem gegenüber stellen kann.

Bei einer guten bis sehr guten Bewertung der Leistungen und des Verhaltens des Arbeitnehmers besteht für ihn sogar ein Rechtsanspruch auf die vollständige Schluss Formel, bestehend aus Dank, Bedauern und Wünschen für die Zukunft.

Unzulässige Aussagen und Beurteilungen im Arbeitszeugnis

formulierungen im arbeitszeugnis
Unterstreicht der Vorgesetzte im Arbeitszeugnis seine Telefonnummer, so bedeutet das häufig, dass er telefonisch zu weiteren Auskünften bereit ist, die er aus rechtlichen Hintergründen nicht ins Arbeitszeugnis schreiben darf.

viele Arbeitgeber bzw. Vorgesetzte versuchen ihre Frustration oder ihre Ablehnung gegenüber dem ehemaligen Arbeitnehmer in verklausulierten Aussagen und Beurteilungen im Arbeitszeugnis unterzubringen. Die folgenden Aussagen gelten als unzulässig.

„… Hat sich den ihm gestellten Aufgaben begeistert gewidmet“ – Dies bedeutet. Er tat dies allerdings erfolglos. Begeisterung ist hier nicht die passende Formulierung, denn das Unternehmen legt mehr Wert auf den Erfolg der Problemlösung und gestellten Aufgaben.

„… alle ihm aufgetragenen Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt.“ – Dies bedeutet, es mangelte dem Mitarbeiter an Tüchtigkeit. Das Wort Interesse per sie verliert hier den angeführten „großen Fleiß“.

“… Sie war eine gesellige Mitarbeiterin die stets zur Verbesserung des Betriebsklimas beitragen konnte“ – Achtung, dies ist eine häufige Formulierung für oft alkoholisierte Mitarbeiter, denn es wird hier das Bild einer Betriebsfeier gemalt, frei nach dem Motto ihr Leben war eine Party.

“… war kontaktfreudig und bei allen Mitarbeitern sehr beliebt.“ – Dies ist eine gängige Formulierung, wenn der Arbeitnehmer lieber getratscht und geklatscht hat, anstatt sich seiner Arbeit zu widmen.

“… erledigte alle ihm aufgetragenen Arbeiten ordnungsgemäß.“ – Diese diese Beschreibung formuliert verschlüsselt, dass der Mitarbeiter gemäß den Anweisungen handelte, jedoch weitgehend ohne Eigeninitiative war.

“… zeigte für alle Arbeiten Verständnis.“ – Diese vollkommen sinnbefreite Aussage formuliert nichts anderes, als das der Mitarbeiter schlichtweg faul war.

„… bewies für die Belange der Kollegen stets ein umfassendes Einfühlungsvermögen.“ Diese Formulierung kann auf lesbische, bzw. homosexuelle Neigungen des Mitarbeiters hinweisen.

“… bewies für die Belange der Kolleginnen stets ein Einfühlungsvermögen.“ Diese Aussage kann bedeuten, dass der Mitarbeiter sexuelle Kontakte im betrieblichen Umfeld suchte.

Unterstreicht der Chef seine Telefonnummer im Briefpapier des Arbeitszeugnisses, so bedeute dies in der Regel, dass er telefonisch zu weiteren Auskünften bereit ist, die aus juristischen Gründen im Arbeitszeugnis nicht erwähnen kann.

Warum sind Arbeitszeugnisse so verklausuliert?

arbeitszeugnis
Das Arbeitszeugnis muss wahrheitsgemäß sein, aber das weitere Fortkommen des Mitarbeiters darf nicht ungerechtfertigt behindert.

Arbeitszeugnisse erscheinen deswegen sehr kompliziert in ihrer Auswertung, weil sie zwei sich diametral gegenüber stehenden Zielen gerecht werden müssen.

Die Rechtsprechung hat hier sehr viel Einfluss genommen, so muss das Arbeitszeugnis auf der einen Seite wahrheitsgemäß sein, darf auf der anderen Seite aber das weitere Fortkommen des ehemaligen Mitarbeiters nicht ungerechtfertigt behindern. Eine gängige Formulierung in der Rechtsprechung lautet, dass es „von Wohlwollen gegenüber dem Arbeitnehmer getragen sein soll“.

Das Zeugnisdokument darf keine Radierungen, durchgestrichenen Wörter, Verbesserungen, Flecken oder ähnliches enthalten – die äußere Form des Arbeitszeugnis muss so gestaltet sein, dass nicht der Eindruck entsteht, der Arbeitgeber distanziere sich vom Inhalt seiner Erklärung durch eine mangelhafte Form. So ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) aus dem Jahr 1993.

Das Arbeitszeugnis

arbeitszeugnis formulierungen
Das einfache Arbeitszeugnis enthält lediglich die persönlichen Daten des Arbeitnehmers sowie Art und Dauer der Beschäftigungsverhältnisses. Beim qualifizierten Arbeitszeugnis werden zusätzlich Leistung und Führung des Arbeitnehmers bewertet. Der Arbeitnehmer kann selbst entscheiden, welche Art Arbeitszeugnis er vom Arbeitgeber erhalten möchte. Beim qualifizierten Arbeitszeugnis wird es diffizil. Die Formulierungen sind entscheidend.

Die Grundlage für das Ausstellen eines Arbeitszeugnisses sind die Paragraphen 630 und folgende des Bürgerlichen
Gesetzbuches (§§630 ff.) und der Paragraph 109  der Gewerbeordnung (§109 GewO).

Demnach haben Arbeitnehmer, sowie „arbeitnehmerähnliche“ Personen wie Heimarbeiter, freie Mitarbeiter und Leiharbeitnehmer einen grundsätzlichen Rechtsanspruch auf ein Arbeitszeugnis.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis und Einfaches Arbeitszeugnis

Man unterscheidet zwischen einem einfachen Arbeitszeugnis, mit persönlichen Daten des Arbeitnehmers, sowie vollständiger die Art und Dauer der Beschäftigung – und dem qualifizierten Zeugnis.

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis beinhaltet neben den Angaben des einfachen Zeugnisses auch die Leistungen und die Führung des Arbeitnehmers.

Anders als beim einfachen Arbeitszeugnis werden mit dem qualifizierten Arbeitszeugnis Leistung und Führung des Arbeitnehmers bewertet. Der Arbeitnehmer kann selbst wählen welche Art Arbeitszeugnis er erhalten möchte: Das einfache oder das qualifizierte Zeugnis.

Der Inhalt des Zeugnisses

arbeitszeugnis Verhaltensbeurteilung
Im Abschnitt Verhaltensbeurteilung im Arbeitszeugnis beurteilt der Arbeitgeber das Verhalten des Mitarbeiters gegenüber Kunden, Lieferanten, Kollegen und Vorgesetzten.

was soll das Arbeitszeugnis enthalten? Das Arbeitszeugnis soll Aufschluss über die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Angaben zur beruflichen Entwicklung des Arbeitnehmers geben. Das Zeugnis ist ein Beleg, in welchem Aufgabengebiet der Arbeitnehmer eingesetzt wurde und mit welchen konkreten Tätigkeiten er in diesem Arbeitsgebiet betraut war. Es soll Aufschluss darüber geben wie der Arbeitnehmer sein erlerntes Wissen praktisch umgesetzt, und ob er sich in dieser Position bewährt hat.

Der Arbeitgeber darf mit der Ausstellung des Arbeitszeugnisses weder das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers unnötig erschweren, noch darf er unwahrheitsgemäße Angaben machen. Auf der einen Seite haben Arbeitnehmer also ein Recht auf ein durchschnittliches Zeugnis, auf der anderen Seite ist der Arbeitgeber verpflichtet, einen schlechten Arbeitnehmer nicht besser zu beurteilen, als er es tatsächlich war.

Denn unwahre Zeugnisse können zu Schadensersatzansprüchen des neuen Arbeitgebers gegenüber dem Zeugnisersteller auslösen.

Bedeutung von Formulierungen im Arbeitzeugnis

arbeitszeugnis
Das Arbeitszeugnis – Für die Beurteilung der Leistungen haben sich typische Formulierungen im Arbeitszeugnissen etabliert. Der Arbeitnehmer kann sie analysieren und mit einer Notenskala vergleichen.

Der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber verlangen dass er ein in allen Aussagen eindeutiges und klar formuliertes Arbeitszeugnis ausstellt. Es darf keinesfalls der Eindruck entstehen, der Arbeitgeber würde sich im buchstäblichen Wortlaut seiner Erklärung im Arbeitszeugnis distanzieren. Das Arbeitszeugnis darf nicht mithilfe von Widersprüchen eine Herabsetzung der Verhaltensbeurteilung beinhalten. Dies gilt insbesondere für die Verwendung von doppeldeutigen oder verschlüsselten Zeugnisformulierungen die wohlwollender formuliert sind als sie offensichtlich gemeint sind. Prinzipiell ist der Arbeitgeber natürlich bei der Ausstellung des Arbeitszeugnisses frei, er muss sich allerdings der in der Praxis allgemein angewandten und bekannten Zeugnissprache ausdrücken und bei der Beurteilung des Arbeitnehmers allgemein übliche Maßstäbe anlegen. Für diese Beurteilung der Leistungen haben sich typische Formulierungen in Arbeitszeugnissen etabliert, die durchaus mit einer Notenskala vergleichbar sind.

So entspricht beispielsweise die Zeugnis Formulierung „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ oder „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ der Note sehr gut. Eine Abstufung erfolgt beispielsweise mit „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ was der Note gut entspricht. Möchte der Arbeitgeber eine schlechtere Note vergeben, formuliert er beispielsweise für eine Note befriedigend “zu unserer vollen Zufriedenheit“ für die Note ausreichend “unserer Zufriedenheit“ und für die Note mangelhaft “insgesamt zu unserer Zufriedenheit“ oder „war bemüht, zu unserer Zufriedenheit“.

Wie sollte ein Arbeitszeugnis gegliedert sein?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet eine gebräuchliche Gliederung mit typischen Elementen zu verwenden denn diese sind inzwischen weitgehend Standard ein qualifiziertes Zeugnis enthält üblicherweise die folgenden Elemente:

  1.  Überschrift: Zeugnis, Arbeitszeugnis, Zwischenzeugnis, Ausbildungszeugnis, Praktikantenzeugnis
  2.  Eingangsformel: Beschreibung der Tätigkeit, Position im Unternehmen, Kompetenzen, Verantwortung
  3.  Leistungsbeurteilung: Motivation des Mitarbeiters (Arbeitsbereitschaft), Arbeitsweise, Arbeitserfolg, bei Führungskräften Führungsleistung
  4.  Verhaltensbeurteilung: Verhalten gegenüber Kunden, Kollegen, Vorgesetzten
  5.  Schlussabsatz: Dankesworte, Bedauern Formel, Zukunftswünsche, Datum Ausstellungsort und Unterschrift

in einem neueren Urteil hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit seinem Urteil vom 11.12.2012 entschieden, (9 AZR 227/11) das Arbeitnehmer kein generelles Anrecht auf einer solchen „Gruß- und Bedauernsformel“ im Arbeitszeugnis haben.

Welche äußere Form muss das Arbeitszeugnis haben?

wuetend arbeitgeber
Emotionen sollte man beim Thema Arbeitszeugnis beiseite schieben. Gehen Sie nüchtern an das Thema heran und informieren Sie sich welche Rechte und Pflichten Sie haben.

Nach Paragraf 109 Abs. 1 (§109 I. GewO ) muss das Zeugnis schriftlich erteilt werden – die rein elektronische Form ist gemäß Paragraf 109 Abs. 3  (§109 III. GewO ) ausdrücklich nicht zulässig.

Das Zeugnis soll auf Geschäftspapier geschrieben sein, zumindest wenn der Arbeitgeber geschäftliches Briefpapier besitzt und dieses im Geschäftsverkehr auch verwendet.

Das Zeugnis soll in einheitlicher Maschinenschrift und ohne handschriftliche Zusätze geschrieben sein. Streichungen sind nicht zulässig. Ort und Datum der Ausstellung sind anzugeben.

Mindestens ein Vorgesetzter des Arbeitnehmers muss das Arbeitszeugnis eigenhändig unterschreiben. Es darf nicht gefaltet werden und keine Knicke oder Risse – und schon gar keine Flecken aufweisen. Wenn das Arbeitszeugnis dem nicht entspricht, so hat der Arbeitnehmer das Recht die Ausstellung eines neuen Arbeitszeugnisses zu verlangen.

Der Arbeitnehmer hat zudem ein Anrecht darauf, dass sein Zeugnis zeitnah erstellt wird, ein Zeitrahmen von einem Monat -nach geäußerten Wunsch- zur Erstellung eines Zeugnisses bzw. nach dem Ausscheiden des Arbeitnehmers sollte eingehalten werden.

Verjährung des Anspruchs auf ein Arbeitszeugnis

Der Arbeitnehmer hat keinen dauerhaften Anspruch auf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. Es ist durchaus üblich, dass dieser Anspruch eine Begrenzung durch Ausschlussfristen im Arbeitsvertrag oder durch tarifvertragliche Bestimmungen erfährt. Allgemein gilt die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren gemäß bürgerlichen Gesetzbuch Paragraf 195 (BGB).

Bei dieser Zeitrechnung ist zu beachten dass die Verjährungsfrist erst mit Abschluss des Jahres zu laufen beginnt – sodass der Anspruch auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses erst mit Ablauf des dritten vollen Kalenderjahrs nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt.